Inklusion

Schwerpunktschule Inklusion

An der Relli lernen Kinder mit ganz unterschiedlichen Voraussetzungen zusammen, in allen Lerngruppen und mit allen Förderschwerpunkten. Als Schwerpunktschule für Inklusion verstehen wir das nicht als Sonderaufgabe, sondern als unseren Bildungsauftrag: Jedes Kind hat seinen Platz bei uns.

„Inklusion ist bei uns kein Zusatz, sondern Alltag.“

Inklusion im Alltag

Inklusion ist an der Relli kein Zusatz, sondern durchgängiges Unterrichtsprinzip. Sonderpädagogische Förderung findet nicht in einigen Wochenstunden als „Extraförderung“ statt, sondern in der Regel eingebettet in den gemeinsamen Unterricht. Das jahrgangsgemischte, individualisierte Lernen bietet dafür den passenden Rahmen: Wenn ohnehin alle Kinder unterschiedlich weit sind, ist Verschiedenheit selbstverständlich.

Damit gemeinsamer Unterricht gelingt, arbeiten Lehrkräfte des allgemeinen Lehramts, Lehrkräfte der Sonderpädagogik, Sozialpädagog:innen und Erzieher:innen eng zusammen. Welche Fächer doppelt besetzt sind, hängt von der Lerngruppe und den Lernbedürfnissen der Kinder ab.

Wir erleben diese Vielfalt als Bereicherung für alle. Die Kinder lernen, mit Unterschiedlichkeit umzugehen, einander zu helfen und gemeinsam an unterschiedlichen Aufgaben zu arbeiten. So entwickeln sie Respekt vor den Stärken und Schwächen der anderen.

Was eine Schwerpunktschule ausmacht

Alle Hamburger Grundschulen arbeiten inklusiv. Sie fördern Kinder mit den Förderschwerpunkten Lernen, Sprache sowie emotionale und soziale Entwicklung und erhalten dafür zusätzliche Ressourcen.

Als Schwerpunktschule Inklusion sind wir darüber hinaus besonders ausgestattet für Kinder mit den Förderschwerpunkten geistige Entwicklung, Hören und Kommunikation, Sehen, körperliche und motorische Entwicklung sowie Autismus. Dafür bringen wir die personellen, fachlichen, räumlichen und sächlichen Voraussetzungen mit. Ebenso wichtig: Die Kinder finden bei uns Gleichaltrige mit ähnlichen Erfahrungen. Mit diesen Förderschwerpunkten und mit Lerngruppen aus Kindern mit und ohne Behinderung haben wir langjährige Erfahrung.

Kleingruppen-Angebote

Neben dem inklusiven Unterricht gibt es spezialisierte Kleingruppen-Angebote für Kinder mit besonderen Bedarfen. Im lebenspraktischen Unterricht lernen die Kinder in handlungsorientierten Projekten alltagsrelevante Fähigkeiten, zum Beispiel den Umgang mit Geld beim Einkaufen, die Zubereitung von Lebensmitteln beim gemeinsamen Kochen oder die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel im HVV-Projekt. In der UK-Gruppe (Unterstützte Kommunikation) gibt es ein besonderes Angebot für Kinder, die sich noch nicht oder nur eingeschränkt verbalsprachlich verständigen können.

Die pädagogische Insel

Manche Kinder brauchen eine andere Pausentaktung, manche lieber einen kleinen Raum mit wenigen Menschen als den großen Schulhof, manche zwischendurch eine kurze Auszeit vom Unterricht. Für all das haben wir die pädagogische Insel eingerichtet. Sie wird von Erzieher:innen geleitet. Hier können sich die Kinder erholen, bewegen, spielen oder Gespräche führen. Die Insel steht allen Kindern offen, mit oder ohne Förderbedarf.

Barrierefreiheit und Räume

Kinder im Rollstuhl erreichen alle Klassen- und Fachräume unserer Schule ohne Hindernisse. Außerdem gibt es bei uns:

  • einen Fahrstuhl
  • barrierefreie Toiletten
  • Pflegeräume
  • mehrere Therapieräume
  • Differenzierungs- und Rückzugsräume
  • Räume, die speziell auf Kinder mit Hörbeeinträchtigung ausgerichtet sind

Therapeutische Angebote

Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf können an Hamburger Schulen verschiedene Therapie-Angebote innerhalb des Schulalltags wahrnehmen. Physio- und Ergotherapie gehören für einzelne Kinder zum Bildungsangebot der Schule. An der Relli bieten wir außerdem in Kooperation mit Praxen und Therapeut:innen Logopädie und Autismustherapie an. Die Therapien finden in der Schule statt, die Kinder müssen also nicht zusätzlich zu einer externen Praxis gebracht werden.

Ergotherapie und Physiotherapie

Schüler:innen mit sonderpädagogischem Förderbedarf im Bereich körperliche und motorische oder geistige Entwicklung erhalten bei Bedarf therapeutische Unterstützung im Rahmen eines ganzheitlichen Bildungsangebots. Die Versorgung erfolgt in regionalen Verbünden, für die Relli in Kooperation mit der Schule Lokstedter Damm. Ziel ist es, die Kinder in ihrer Selbstständigkeit zu stärken und ihnen die Teilhabe am Schulalltag zu erleichtern. Ergo- und Physiotherapie können im Unterricht oder ergänzend zum Unterricht stattfinden.

Logopädie

Logopädische Therapie wird direkt in unseren Räumen angeboten und unterstützt Kinder mit dem sonderpädagogischen Förderbedarf Sprache oder mit anderen Förderbedarfen, die zum Beispiel Sprachentwicklungsverzögerungen, Artikulationsstörungen oder mundmotorische Beeinträchtigungen zeigen. Die Therapie muss ärztlich verordnet sein und wird auf Rezept abgerechnet. Soll die Logopädie in den Schulalltag eingebunden werden, beraten sich die Eltern dazu mit der zuständigen Lehrkraft oder Sonderpädagog:in.

Kinderhände auf einem Bild aus pinker Ölkreide.

Beratung und Zusammenarbeit

Wir setzen bei Bedarf Hilfsmittel ein und arbeiten eng und erfolgreich mit Beratungsstellen zusammen:

  • Kinder mit Sehbeeinträchtigung erhalten zusätzliche Unterstützung durch das BZBS.
  • Kinder mit Hörbeeinträchtigung erhalten zusätzliche Unterstützung durch die Ambulanz der Elbschule.
  • Mit Kindern im Autismusspektrum haben wir umfassende Erfahrung und arbeiten mit dem BBZ zusammen.
  • Wir haben Erfahrung in der Unterstützten Kommunikation und nutzen Metacom-Symbole.

Unser Team bildet sich regelmäßig fort, auch zu sonderpädagogischen Themen.

Pflege und Unterstützung bei der Selbstversorgung

An der Relli verstehen wir Pflege als Förderpflege. Sie ist Teil unseres Bildungsauftrags und orientiert sich am Bildungsplan für den Förderschwerpunkt geistige Entwicklung. Unser schulisches Personal übernimmt die Pflege oder leitet Schulbegleitungen eng dabei an. Ebenso gehört die Unterstützung bei der Selbstversorgung zum Bildungsauftrag der Schule, zum Beispiel beim Essen, beim An- und Auskleiden oder beim Toilettengang. Dabei lernen die Kinder Schritt für Schritt, so selbstständig wie möglich für sich zu sorgen.

Mittagsbuffet mit Rotkohl, Rosenkohl, Gemüse und Kartoffeln.
Eine Jugendliche und ein Kind ziehen gemeinsam an einem Werkzeug.

Schulbegleitungen

Schulbegleitungen unterstützen und betreuen Kinder, die wegen einer Behinderung oder einer komplexen psychosozialen Beeinträchtigung zusätzlich zu Lehrkräften und pädagogischem Fachpersonal eine besondere Unterstützung brauchen. Grundlage sind die Dienstanweisungen der Hamburger Schulbehörde zum Einsatz von Schulbegleitungen.

Die meisten Schulbegleitungen sind FSJ- und BFD-Kräfte oder sozial erfahrene Kräfte, nur in Ausnahmefällen ist fachlich oder medizinisch ausgebildetes Personal nötig. Sie sind bei externen Trägern beschäftigt und werden von schulischem Personal angeleitet. Sie unterrichten nicht und sind nicht für die ganze Lerngruppe zuständig. Anfragen an die Träger stellt das ReBBZ (Regionales Bildungs- und Beratungszentrum).

Sie möchten selbst als Schulbegleitung an der Relli arbeiten? Mehr dazu finden Sie unter Mitarbeiten.

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